360°

Als Neymar kicken? 360°-Videos machen es möglich!

4 Min. Lesezeit  ·  
Philip Grabow
17. Februar 2016

Wir alle wollen Werbung und Kampagnen kreieren, die begeistern und in ihren Bann ziehen. Wir suchen nach dem noch nie Dagewesenen. 360°-Online-Videos sind aktuell genau diese Variable. YouTube hat das Format bereits im März 2015 für seine Videoplattform angekündigt und eingeführt, Facebook zog Ende des Jahres nach. Mittlerweile gibt es auf beiden Plattformen den ersten sehenswerten 360°-Content – also sogenannte Virtual Reality Videos (VR-Videos), in denen der Nutzer durch Bewegen seines Smartphones oder durch Klicken und Bewegen der Maus die Perspektive wechselt.

Internationale Marken wie Nike und Coca Cola haben erste Versuche gewagt und beachtliche Klickzahlen erzielt. Doch das Potential ist noch nicht ausgeschöpft. Wer 2016 die richtigen Zutaten zusammenbringt, kann mit 360°-Werbevideos Markenerlebnisse schaffen, die gesehen werden und die Interaktion mit Marken stärken.

Drei Gründe, warum und wie 360° zu einem Top-Thema 2016 werden kann:

 

1. Neue Technik – Neuer Eyecatcher

Es liegt auf der Hand, dass neue Technologien oft erst einmal nur aufgrund ihrer Neuheit relevant sind und gesehen werden. Ein Grund, warum vor allem auf YouTube die ersten Virtual Reality (VR)-Videos eher sportliche Action, wie in diesem Video der World Surf League, zeigen:

Ein weiteres Beispiel ist das allererste VR-Video auf Facebook, das exklusiv im Rahmen der Online-Kampagne zu „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ veröffentlicht wurde:

starwars2Hier klicken, um das ganze Video zu sehen.

Hier kannst du das Video

In beiden Videos ist der Mehrwert für den User – über die Technik und den reinen Schauwert hinaus – gering. Denn die erste Frage, die aufkommt, ist: Was hat dieses Video, dass ich nur in 360° erleben kann? Die Reichweiten beider Videos waren trotzdem beachtlich. Doch je mehr der User die neue Technologie kennt, desto weniger reichen Technologie und Eyecatcher-Effekt für ein erfolgreiches Video aus.

 

2. Mehrwert schaffen – Die richtige 360°-Story

„Warum muss ich diese Werbung in 360° erzählen? Was biete ich dem User, dass er in einem herkömmlichen Film nicht erleben könnte?“ – Das sind die Fragen, die wir uns stellen müssen, wenn es um die Entscheidung geht, Kampagnen zukünftig in 360° zu erzählen. Denn Technik um der Technik willen schöpft das Potential dieses Formates nicht aus.

Notwendig sind Geschichten, die den User nur in 360° richtig oder vollends in die Markenwelt ziehen. Ein wirkliches 360°-Erlebnis ist z.B. das Video von Nike, in dem man die Möglichkeit hat in der Rolle des brasilianischen Fußballstars Neymar auf dem Platz zu stehen:

Noch einen Schritt weitergedacht muss der Mehrwert eines guten 360°-Videos nicht ausschließlich Unterhaltung oder Emotion wie bei Nike sein. Auch ein praktischer oder informativer Mehrwert kann entstehen. So könnte z.B. ein Online-Shop Produkte, vor der Kaufentscheidung, für Interessenten erlebbar oder sogar begehbar macht. Auch das ist nur mit 360° möglich.

Der erste Teil des folgenden Videos zur Premium Economy Class von Lufthansa, gibt zumindest in seinem ersten Teil einen kleinen Eindruck des möglichen Mehrwertes, den ein 360°-Format bei der Tätigung von Kaufentscheidungen bieten kann:

Im zweiten Teil des Videos verschwindet dieser sehr konkrete Produktansatz jedoch und man wundert sich, warum man plötzlich auf einem Weihnachtsmarkt in Heidelberg gelandet ist.

 

3. Mobile first

Und zu guter Letzt: VR-Videos sind erfolgreich, wenn sie auf eine Mobile-Zielgruppe ausgerichtet sind. Nur die Nutzung auf den mobilen Geräten ist intuitiv. Durch einfaches Bewegen des Smartphones verschiebt sich der Blickwinkel auf die Szenerie. Die Nutzung mit gedrückter Maus, wie sie in den Desktop-Webbrowsern funktioniert, ist da deutlich komplizierter. Sicherlich ein Grund, warum Facebook und YouTube auf das neue Format setzen. Ihre Nutzung findet ohnehin zu einem großen Teil mobil statt. Und Virtual-Reality-Brillen, wie die Oculus Rift, werden wohl in näherer Zukunft erst einmal keine Endgeräte sein, mit denen man Massen erreichen kann.

Noch stecken 360°-Werbevideos in den Kinderschuhen: Sie funktionieren noch nicht auf allen Geräten und Browsern (wie man als Leser dieses Artikels vielleicht erkennen musste). Die Kreativen, Werber und Marketeers müssen erst lernen, Kampagnen in 360° zu denken und zu erzählen. Und sicherlich muss man unterstreichen, dass nicht alle Themen und Botschaften ab jetzt ein VR-Video brauchen. Doch wer es 2016 beherzigt, 360°-Content über den reinen Schauwert hinaus zu entwickeln, mit einer Story, die für dieses Format gemacht ist, sowie Mehrwert für den Nutzer schafft, wird Erfolg haben. Ich bin gespannt!

 

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