BVG-Spot

Der neue BVG-Spot – Ist uns nicht egal!

2 Min. Lesezeit  ·  
Anna Dömling
15. Januar 2016

Und wieder haben wir einen Spot gefunden, der im Netz für solche Furore sorgt, dass wir ihn euch vorstellen möchten: Der neueste Coup von Jung von Matt (Elbe) für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Wobei, ist das eigentlich noch ein Spot oder doch mehr ein Musikvideo?

In der Rolle des Fahrkartenkontrolleurs sehen wir Kazim Akgoba. Ist er bei DSDS Anfang 2015 mit seinem selbstgeschriebenen Lied „Is mir egal“ noch direkt in der ersten Runde ausgeschieden, wurde Akgoba zum YouTube-Star. Bis heute hat der Clip über 13 Millionen Views.

Jung von Matt hat den Online-Trend erkannt und für die BVG Akgobas Lied auf die Aufgaben eines Fahrkartenkontrolleurs umgedichtet.

Musikvideo statt klassischer Werbespot

Der Fahrtkartenkontrolleur besingt Skurrilitäten, die man in der Berliner U-Bahn finden kann, eine kurioser und bizarrer als ie andere: eine Käse reibende Passantin, ein Mann auf einem Pferd, ein Hund im Haikostüm oder bärtige Frauen im Stile Conchita Wursts. Der Clou: Alle diese akzeptiert er, solange sie eine Fahrkarte besitzen.

Und damit wird genau der Ton getroffen, für den Berlin bekannt ist: offen, freiheitsliebend, durchgedreht, international und seine berühmte grobe Schnauze.

Der Spot hat eine Vorgeschichte: Anfang 2015 rief die BVG ihre Fahrgäste dazu auf, ihre schönsten Momente mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Berlins unter #WeilWirDichLieben zu teilen. Doch das war ein Eigentor: Was als Lobeshymne gedacht war, führte zu einem Shitstorm gegen die BVG selbst.

Jetzt gibt sich die BVG ironisch, nicht nur gegenüber dem HipHop-Genre mit einem rappenden Fahrkartenkontrolleur und tanzenden BVG-Mitarbeitern als Backgroundtänzer, nein vor allem nimmt die BVG damit sich selbst auf die Schippe. Und genau damit punkten sie – nicht nur bei uns, sondern bei über drei Millionen Zuschauern, die bereits das Video auf Youtube angeklickt haben. Dieser Spot hat das Potenzial zum nächsten viralen Hit!

Und dieser Trend wächst weiter: Bei immer mehr Videos lässt sich im ersten Augenblick kaum sagen, ob das noch Werbung oder Musikvideo ist. Der tanzende Junge im neuesten Cilit Bang-Spot weckt vor allem die Erinnerung an die legendären Tanzszenen aus Flashback als an Produktwerbung. Und auch der aktuelle Spot von eis.de ist in erster Linie ein Ohrwurm.

Nicht das Produkt, sondern das Entertainment steht im Vordergrund.

Und das hat einen einfachen Grund: Der User will im Internet unterhalten werden. Er hat im Netz nicht das Ziel Werbung vorgesetzt zu bekommen. Er will auch kein Werbebotschafter sein. Und trotzdem wird der Spot der BVG wie verrückt geteilt – denn er unterhält die User. Es geht nicht um die BVG. Es geht um den Sound und seine Skurrilität.

 

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Bildquelle: Weil wir dich lieben YouTube-Kanal

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