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dmexco: Tag 2 – Online-Videowerbung wird rasant wachsen

3 Min. Lesezeit  ·  
Oliver Schwamb
17. September 2015

Der zweite und letzte Tag der dmexco 2015 ist vorüber. Auch heute wurde viel über Marketing und Werbung gesprochen. An den Ständen in den Messehallen wurden Visitenkarten wie Panini-Fußball-Helden getauscht und auf den Bühnen der Seminarräume, Work Labs und Debate’s bzw. Congress Hall diskutiert und vorgetragen. Auch heute schmerzten die Füße der Besucher in langen Warteschlangen und auch heute waren von den Bühnen viele mehr oder weniger neue Erkenntnisse zu hören. Wir waren wieder unter denen, deren Füße unter ständigem Anstehen zu leiden hatten. Aber wir hatten auch wieder die Möglichkeit interessanten Vorträgen und Diskussionen zu lauschen.

Online-Video vs. TV-Werbung

Die beiden wichtigsten Themen, die heute mehrmals unseren Weg kreuzten, waren mit Sicherheit die (richtige) Verwendung von Daten, um Werbung effektiver zu machen und die richtige Platzierung von Videowerbung. Es kam oft die Frage auf, wo Online-Videowerbung im Verhältnis zum TV stehe. TV sei reichweitenstärker, es könnten also mehr Zuschauer angesprochen werden. Dabei sei TV auch im Kontaktpreis erschwinglicher als die Ausspielung von Videowerbung online. Was man früher als Streuverluste bezeichnet habe, würde heute als Streukontakte bezeichnet, also genau die Kontakte, die nicht dem Werbeprofil einer Marke entsprechen, im TV aber aufgrund schlechter Targetingmöglichkeiten angesprochen werden. Dabei wurde nicht unter den Tisch fallen gelassen, dass Online-Videowerbung sehr viel genauer getargetet werden könne. Etwas enttäuschend war, dass rund um diese Diskussion nie die Frage geklärt wurde, welche Ausspielungsform einen höheren Return on Investment bieten kann.

Schlussendlich fand die Diskussion immer wieder die goldene Mitte: Eine Media-Strategie sei sowohl als  TV-Werbeausstrahlung und Online-Videowerbung sinnvoll. Dabei legte man im Vortrag von Carat Deutschland allerdings besonderen Wert darauf, dass die Videos, die für das TV genutzt würden, nicht die gleichen seien, die im Netz ausgespielt werden sollten, denn die unterschiedliche Nutzungsweise der verschiedenen Medien erlaube dies nicht. Stattdessen sollten beide Plattformen inhaltlich Hand in Hand gehen und sich ergänzen.

Daten sammeln und anwenden

Daten waren das zweite große Themenfeld des Tages: Wie können Unternehmen Daten sammeln, diese sinnvoll verwenden und großen Datenmengen technisch gewachsen sein? Einig war man sich, dass Daten gesammelt werden sollten, dass diese in der weiteren Kommunikation mit Kunden extrem hilfreich sein könnte. Sogar so hilfreich, dass „Experience Marketing“ auf Nutzer-Daten basierend in den richtigen Touchpoints zur richtigen Zeit die richtigen Inhalte für die Konsumenten ausspiele.

Im Experience Marketing sei aber nicht nur die technische datenbasierte Begleitung der Konsumenten wichtig, sondern auch, dass Marken anstelle von Produkten Lösungen bewerben. Konkret heiße das – am Beispiel von Babynahrung -, dass der Konsument nicht auf der Suche nach dem Produkt Babynahrung sei, sondern nach der Lösung, wie er den Hunger seines Kindes stillen könne. Sich in der Kommunikation langfristig auf die Lösungsmöglichkeiten für Kunden, anstatt auf die eigenen Produkte, zu konzentrieren und in verschiedenen Situationen der Konsumenten verschiedene Lösungen bieten zu können, wofür wiederum die Daten nötig sind, sei für Brands eine hervorragende Möglichkeit um Kundenbindung zu betreiben.

YouTuber & Marken

Zum Abschluss der Konferenz traten die YouTuber Essie Button (Beauty) und Tessa Violet (Singer & Songwriter) gemeinsam mit dem Head of International des amerikanischen Multi-Channel-Networks MakerStudios Rene Rechtmann auf und sprachen über die Kooperationswege zwischen YouTubern und Marken. Dabei machten beide YouTube-Stars deutlich, dass sie Interesse an Kooperationen hätten, sich für diese aber nicht in ihrem kreativen Prozess stören lassen wollten. Es sei ihnen wichtig, von der Marke als Kreative anerkannt zu werden. Sie wüssten genau, wie sie mit ihren Abonnenten umgehen müssten und wie sie ihre Videos gestalten müssten, um eine möglichst hohe Akzeptanz in ihrer Nutzerschaft zu erreichen.

Ausblick

Einer Prognose der IHS zufolge werden 2020 3,8 Milliarden Euro allein für die Platzierung von Online-Videowerbung fließen. Ob die Inhalte YouTuber und Marken oder data-driven Storytelling sein werden? Die dmexco bot auch heute hierzu ein breites Spektrum an Informationen und Inspirationen. Wir werden uns dieser annehmen und im Laufe der nächsten Wochen über ein paar eindringlichere Punkte schreiben. Tragt euch in unseren Newsletter ein, dann bekommt ihr unsere Learnings von der dmexco direkt in eure Inbox.

 

Die Zusammenfassung zum ersten Tag der dmexco findet ihr hier: dmexco: Tag 1 – Mobile on the Rise

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