160705 Adobe-Spot

Was B2B-Videos von B2C-Videos lernen können

3 Min. Lesezeit  ·  
Anna Dömling
18. Oktober 2016
Dass Marketing im B2B-Bereich anders funktioniert als im B2C-Bereich, ist ein alter Hut. Dass Marketing im B2B-Bereich aber nicht gleichbedeutend mit viel Information, strengen Strukturen und ernsten Themen ist, zeigt Adobe mit seiner Kampagne ‚Do You Know What Your Marketing Is Doing?‘ wie kein zweiter. Wir haben uns die Rosine unter deren Spots rausgepickt und wollen sie näher betrachten:

WAS WIRD ERZÄHLT?

Die Szene scheint zunächst völlig aus dem Marketing-Umfeld herausgelöst: ein Raketenstart. Wir befinden uns im Kontrollzentrum und sind ganz nah beim Flight Director, der den Start zu verantworten hat. Wir und viele weitere Personen fiebern mit ihm mit. Die Menschen sind aufgeregt und voller Vorfreude, sowohl im Kontrollzentrum, als auch vor dem Gebäude. Der Countdown läuft, doch dann – das Telefon klingelt, der Sponsor möchte ein größeres Logo. Der Start beginnt von Neuem, die Rakete hat ein größeres Branding – das Telefon klingelt erneut – Wieder gibt es neue Auflagen vom Sponsoren. Diese Szenerie wiederholt sich insgesamt 4 Mal, nur die Forderungen werden immer absurder, bis die Rakete sogar bis zum Pluto fliegen soll. Aber auch das kann unser Flight Director alles umsetzen, endlich sind alle bereit zum Abheben, doch plötzlich wird alles dunkel: das Budget wurde überschritten, es muss alles abgebrochen werden, verkündet ein Mann aus dem Hintergrund. Texteinblendung: DO YOU KNOW WHAT YOUR MARKETING IS DOING? WE CAN HELP.

WAS IST DIE IDEE DAHINTER?

Der Flight Director befindet sich auf seiner Mission, eine Rakete ins Weltall zu schicken. Nach und nach wird immer mehr Spannung aufgebaut, bis kurz vor dem Abheben der Rakete der Strom abgestellt wird. Auf der anderen Seite der Sponsor als retardierendes Moment, der den Start immer weiter herauszögert. Durch die immer wieder gleiche Einstellungsabfolge des beginnenden Starts wird die Störung durch das Telefon als noch niederschmetternder dargestellt und der Groll gegen den Sponsor beim Zuschauer noch erhöht. Der Sponsor, der Antagonist, wird persönlich nie gezeigt, sondern bleibt das ungreifbare Unheil im Dunkeln; ganz im Gegensatz zur guten Seite, die durch den Flight Director personifiziert wird, mit dem man mitfühlt und -leidet, unser Hero.

Diese Erzählstrategie ist im Grunde genommen sehr klassisch und dennoch ist er unkonventionell, wenn man dessen Umfeld betrachtet: wir sprechen immerhin von einem Spot und nicht von einem Spielfilm, noch dazu im B2B-Bereich! Er ist mutig und zieht die Zielgruppe durch den Kakao und genau das macht ihn so sympathisch! Er erzählt auf humorvolle Art und Weise eine Geschichte, anstatt hunderte Produktinformationen zu geben. Der Raketenstart ist eine treffende Metapher für den Launch eines Produktes, so dass sich jeder Marketer darin sofort wiederfindet. Obwohl er sich eigentlich ganz klar an eine B2B-Zielgruppe richtet, gleicht seine Aufmachung vielmehr einem B2C-Spot und schafft es so, die Zielgruppe als Mensch anzusprechen. Die Selbstironie wird durch die Verlagerung in das astronomische Umfeld, bis zur Absurdität überhöht, was den Spot für die Zielgruppe spannend und witzig macht, anstatt sich selbst angegriffen zu fühlen. Er bleibt deshalb hoffentlich nicht nur uns als gutes Beispiel in Erinnerung.

 

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Bildquelle: Adobe Marketing Cloud YouTube-Kanal

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