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Alles, was du über Smartphone-Nutzung in Deutschland wissen musst.

3 Min. Lesezeit  ·  
Susann Fischer
17. Dezember 2015

Wie sehr Smartphones unser Leben verändert haben, merken wir oft erst, wenn wir es nicht bei uns tragen. Schon eine Sekunde zu lang bei der Suche des eigenen Smartphones in der Tasche, versetzt viele von uns in Panik.

Auch wenn viele Spaßvideos zeigen, zu welchen Zwecken wir die Geräte zweckentfremden können, so liegen sie doch von der Wahrheit gar nicht so weit entfernt. Smartphones und Tablets ersetzen Wecker, Kamera, Radio, gedruckten Kalender, Portemonnaie und Küchenwaage – wobei letzteres wohl doch eher in der Zukunft liegt.

Der Siegeszug der mobilen Geräte ist ungebrochen. Im Juli besaßen bereits 46 Millionen Deutsche ein Smartphone und im Schnitt kommen pro Jahr 5 Millionen Geräte hinzu. Smartphones mit Android als Betriebssystem deutlich den deutschen Markt, vor den iPhones mit knapp 14%. Nicht nur die junge Generation ist verrückt nach den Geräten, 6 von 10 Deutschen ab 14 Jahren besitzen laut Bitkom ein Smartphone. Die Wachstumsrate ist auch bei der Altersgruppe 50-69 stetig steigend. Im ersten Quartal 2015 haben genau so viele 14-19-Jährige mobil gesurft wie 50-59-Jährige.

Wir nutzen Smartphones mehr als jedes andere Screen-Device

Wir nutzen unser Smartphone durchschnittlich 137 Minuten am Tag, mehr als wir Fernsehen schauen und es gibt kaum einen Lebensbereich, der nicht von Apps begleitet wird. Das spiegelt sich auch in der steigenden Anzahl installierter Apps wieder, aktuell sind es 25 pro Smartphone. Smartphones sind nicht nur praktische Sekretäre, sondern auch persönliche Sporttrainer, Ernährungscoaches, Sprachlehrer und Entertainer. Dass Apps immer persönlicher werden, liegt besonders an dem Trend des „Self Tracking“, der durch Wearables wie Smartwatches unterstützt wird. Die Möglichkeit jede Bewegung und Aktion in unserem Leben zu erfassen und auszuwerten eröffnet ganz neue Möglichkeiten.

Doch besonders wir Deutschen stehen dem Gedanken skeptisch gegenüber, unsere persönlichen Daten einem Computer oder einer Cloud anzuvertrauen. Während die Fintech (Finance Technology) Branche im Ausland boomt, sind die Deutschen verhalten gegenüber mobilen Zahlmethoden. Selbst aufstrebende, im Ausland schon etablierte Dienste wie Uber und AirBnB haben an einem konservativen Nutzerverhalten zu knabbern. Um es mit den drastischen Worten von VC Investor Ciarán O’Leary, von EarlyBird VC zu sagen: „Selbst Nigeria ist Deutschland in der mobilen Nutzung weit voraus. Aber die Nigerianer sind auch mit dem Handy eingestiegen, die Deutschen mit dem Fax.“ Es war die Antwort auf die Frage beim AWS Pop-up Loft Berlin, wie Deutschland aus seiner Sicht die Digitalisierung meistert.

Diese konservative Haltung ist sicher auch der Grund, warum viele Unternehmen das Potential von mobiler Werbung unterschätzen. In zahlreichen Studien geben sie zwar an, das mobile Budget stark zu vergrößern, gemerkt hat man davon bisher jedoch wenig. Dabei sind Smartphone und Tablet der perfekte Kommunikationskanal. Kein anderer Kanal bietet das Potential, so persönlich und interaktiv zu kommunizieren. Gleichzeitig ist diese konservative Haltung eine große Chance für alle Unternehmen, die sich jetzt trauen, innovativ auf dem mobilen Werbemarkt aktiv zu werden.

Mobile Webseiten vs. native Apps

Mobil optimierte Webseiten sind eine Möglichkeit, um mit Smartphone Usern in Kontakt zu treten. Jedoch verbringen die User laut einer Flurry Studie 90% der Zeit, die sie mit mobilen Geräten verbringen in Apps und nur 10% im mobilen Browser. Zukünftig wird es durch Initiativen wie zusätzlich aufwendiger, Informationen im mobilen Browser zur Verfügung zu stellen.

Schauen wir uns also an, welche Apps am meisten genutzt werden und wie Unternehmen diese Vorlieben für sich nutzen können. Deutsche Smartphone Nutzer verwenden ihre mobilen Geräte laut einer Bitkom Studie hauptsächlich, um Spiele zu spielen (64%), Nachrichten (67%) zu konsumieren und sich über soziale Netzwerke auszutauschen (70%).

Marketer haben drei Möglichkeiten, Apps für ihre Marketingzwecke zu nutzen. Einmal durch Werbeflächen in Apps von Drittanbietern, durch eigene Apps oder durch die richtige Platzierung eines Videos in den sozialen Videonetzwerken. Die beliebten Apps der sozialen Netzwerke und Spiele können z.B. gezielt für Werbebotschaften genutzt werden.

 

 

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